Spinnfischen auf Zander in Hafeneifahrten und Seen mit Rheinzufluss

 

 

Um an einer Hafeneinfahrt und See- mit Rheinverbindung erfolgreich auf Zander mit Gummifisch zu angeln, muss man sich erst einmal mit den Gegebenheiten und Strömungsverhältnissen an solchen Spots auseinandersetzen. Wie man im obigen Bild erkennen kann, gibt es meist an solchen Hafeneinfahrten, wie Ihr es vom Buhnen fischen kennt, eine Gleit- und eine Prallseite. Die Gleitseite ist immer die Seite, an der die Strömung, wie es der Name schon sagt, ohne grossen Wiederstand entlang gleitet. Die Prallseite ist die Seite, auf die die Strömung auftriftt. Meistens sind direkt am Ufer der Prall- und Gleitseite die etwas tieferen Stellen von solchen Einfahrten zu finden, da durch die starke Strömung meistens der Uferbereich ausgespült ist. Aber Vorsicht: an der Prallseite, kann es durch das immer auftreffende Wasser auch sein, dass sich dort Schmutz und Unrat ansammelt und man somit eine sehr grosse Hängergefahr eingeht. In Richtung zur Mitte einer solchen Einfahrt trifft man meist auf die etwas flacheren Bereiche, wie kleinere Inseln oder "Berge". Diese Inseln entstehen dadurch, dass im mittleren Bereich einer  Einfahrt meist weniger Strömung herrscht wie direkt vor den beiden Ufern (Prall- und Gleitufer), dadurch können sich dort leichter die Sedimente absetzen und bilden Inseln. Dies ist aber auch davon abhängig, ob in solch einer Einfahrt ein Schiffsverkehr herrscht. Ist es z.B. ein Industriehafen, indem auch grosse Schiffe fahren, so kann man davon ausgehen, dass es eine "tiefe" Fahrrinne gibt und auch ein etwas grösseres tieferes Loch. Dieses Tiefe Loch entsteht nämlich meist dann, wenn die grossen Schiffe aus dem Hafen herausfahren und "Vollgas" geben, damit sie bei der bestehen Strömung im Hauptstrom wieder schnell in Ihre gewünschte Richtung gelangen. Dadurch werden unten am Grund immer wieder durch die Schiffsschraube Sedimente aufgewühlt. Dadurch entstehen mit der Zeit tiefere Löcher. Wo wir auch schon bei den eigentlichen Hotspots an so einer Hafeneinfahrt angekommen sind. Grundsätzlich gibt es mehrere Möglichkeiten so eine Einfahrt abzufischen.

1. Mit dem Gummifisch immer entlang der Strömungskante fischen. Meistens muss man dort direkt an der Strömungskante mit schwereren Bleiköpfen angeln. Bei uns am Rhein langt bei Normalwasserstand im Schnitt 14-21gr.

2. Man sucht mit dem Gummifisch die "tiefen" Löcher und fischt diese dann langsam ab. Da diese Löcher meist nicht sehr gross sind, empfehle ich immer zu versuchen mit einem Jigkopf, der so leicht wie möglich ist, zu angeln. Durch den leichten Jigkopf bekommt man eine längere Absinkphase und man fischt somit etwas "länger" am Hotspot.

3. Falls eine Fahrrinne vorhanden ist, kann man diese genauso wie ein tieferes Loch langsam abfischen. Wenn die Einfahrt nicht zu breit ist, ist es manchmal möglich mit sehr weiten Würfen die Fahrrinne zu überwerfen. Dadurch fischt man einmal die fallende Kante zur Mitte der Fahrrinne rein ab. Dabei hat man meist eine längere Absinkphase des Gummifisches, da es tiefer wird. Zum anderen fischt man beim Verlassen der Fahrrinne die nächste Kante ab. Dabei hat man dann eine kürzere Absinkphase, da man seinen Gummifisch vom tiefen ins flachere Wasser zieht.

Ihr könnt den Gummifisch mit zwei Varianten verführerisch über den Grund hüpfen lassen.

Die erste und einfachere Variante ist die sogenannte "Faulenzermethode". Bei der Faulenzermethode bleibt die Angel ruhig in der Hand und man zieht den Gummifisch nur über die Rolle ein. Meine Empfehlung ist es, die Angel leicht schräg auf ungefähr 10 Uhr zu halten. Somit habt ihr mehr Gefühl und immer noch genug Weg frei zum Anschlag bei einem Biss. Je nach Beissverhalten müsst Ihr an jedem Angeltag erneut austesten, auf wieviel Aktion die Fische stehen. Damit meine ich, mit wie viel Umdrehungen Ihr eure Gummifische einholt. Wenn Ihr zwischen 1-2 Kurbelumdrehungen mit einer ca. 4000er Rolle macht, liegt Ihr meistens nicht verkehrt.

Die zweite Variante ist das sogenannte Jiggen, bei dem Ihr den Gummifisch über die Rutenbewegung einholt (einjiggt). Bei dieser Methode jiggt Ihr den Gummifisch ein, d.h. ihr jiggt mit der Rutenspitze den Gummifisch an und holt dann sofort mit der Rolle die rückfallende Schnur ein und haltet dabei aber immer Spannung in der Schnur. Da nach dem anjiggen der Gummifisch bei ruhiger Rutenspitze (ca.11 Uhr Haltung) wieder in Absinkphase gelangt, müsst Ihr sehr konzentriert fischen, da ja bekanntlich die Absinkphase zu 90% die Beissphase ist.

 

Hier auf dem nächsten Bild sind ein paar Köderempfehlungen für Hafeneinfahrten bei uns im Mannheimer Raum.


Wir hoffen, Ihr könnt die paar Tipps sinnvoll am Wasser verwerten und könnt ein paar schöne Fische fangen.

Bis demnächst eure Zanderjäger